Neue Teamkompetenzen entwickeln mit arbeitsintegrierten Programmen und Projekten

Fähigkeiten wie Wandlungsfähigkeit, Agilität, Selbstmanagement oder die konsequente Orientierung hin zum Kunden sind essenziell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in agilen Teams und für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodellen.

Es geht weniger um technische Fähigkeiten als um gelebte Werte und Kompetenzen im Sinne der „Fähigkeit zur Selbstorganisation“ (Heyse & Erpenbeck, 2009). Klassische Schulungen sind hier wenig wirksam. Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung in diesem Bereich sind erfolgreicher, wenn sie die Menschen im Unternehmen mit projektbasierten und arbeitsintegrierten Ansätzen ansprechen und fördern.

Kompetenzen entwickeln über „Learning by Doing“ gelingt in realen Unternehmensprojekten zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle besser als über externe Schulungsangebote. Das ist ein Ergebnis von Untersuchungen im Rahmen des Verbundprojekts AgilHybrid.

Lerngruppen in Projektform, um Kompetenzen zu schulen

Organisierte Lerngruppen in Projektform eignen sich besonders gut, um die Methoden und Fähigkeiten zu vermitteln, die ein Team braucht, damit es agil und zielorientiert für neue digitale Angebote zusammenarbeiten arbeiten kann. Solche Lernformen beinhalten ausgeprägte Coaching- und Mentoring-Komponenten und werden virtuell unterstützt, um auch Lernen in räumlich verteilten Projektteams zu ermöglichen.

Projektbasierte Lerngruppen bieten Raum zur Reflexion und zum Üben von Kompetenzen, wie beispielsweise zu der Frage: „Wie gebe ich wertschätzendes Feedback?“ Eine telefonische Umfrage bei 200 Industrieunternehmen im Rahmen des Verbundprojekts AgilHybrid hat gezeigt, dass innovative Lernformen wie beispielsweise die oben genannten organisierten Lerngruppen von den befragten Unternehmen stark favorisiert werden, aber bislang noch selten Anwendung finden.

Lernmodule und -programme im Rahmen von AgilHybrid: Ideen für ein digitales Geschäftsmodell erproben

Die Projektbeteiligten im Verbundprojekt AgilHybrid setzen sich zusammen aus vier Unternehmen der Gebäude- und Haustechnikbranche, drei wissenschaftlichen Institutionen und einem Anbieter digitaler Ökosysteme. Die SupraTix GmbH entwickelte im Rahmen AgilHybrid zwei Lern- und Schulungsmodule.

1. iCourious: Digitale Geschäftsmodelle verstehen

Der Online-Workshop iCourious richtet sich an mittelständische Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle entwickeln möchten. Er bietet Führungskräften und Mitarbeitenden einen Leitfaden, um Prozesse zu automatisieren und zu digitalisieren sowie agile Arbeitsmethoden zu erproben.

2. iAccelerator: Digitale Geschäftsmodelle entwickeln

Der iAccelerator Online-Werkzeugkasten unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle.

Digitaler Entrepreneur – auf das richtige Mindset kommt es an

Die WILO SE entwickelte im Rahmen von AgilHybrid ein komplett neuartiges Entwicklungsprogramm, um Menschen in das digitale Zeitalter zu begleiten.
Im Pilotprogramm werden 18 Teilnehmenden aus 7 Nationen binnen neun Monaten zu „digitalen Entrepreneuren“ ausgebildet.

Nach der klassischen Begriffsdefinition sind es Menschen, die ein Unternehmen gegründet haben oder selbstständig arbeitende Personen. Sie zeichnen sich vor allem durch Zielstrebigkeit und Engagement aus und bringen eine gewisse Risikobereitschaft mit. Es zeigte sich, dass die Teilnehmenden in dem Programm eine atemberaubende Entwicklung durchlaufen haben.

Resilienz: Rückschläge als Herausforderung nehmen

AgilHybrid-Projektleiter Dominique René Fara, Leiter des Entrepreneur-Programms bei WILO SE erklärt: „Ein wichtiger Aspekt in diesem Kontext ist die Resilienz oder auch Hartnäckigkeit der Teilnehmenden. Wir haben es auch Wadenbeißermentalität genannt. Dabei geht es um Menschen, die auch herbe Rückschläge nicht aus der Bahn werfen. Es ist bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nicht zu erwarten, dass von der ersten Idee bis zur letzten Umsetzung alles läuft, wie man es sich zu Beginn erträumt. Vielmehr treffen die Entrepreneure schon schnell auf vermeintlich unüberwindbare Hürden. Entscheidend ist es, den ersten Schock zu überwinden, um neue Wege zu finden. Dabei lässt ein „digitaler Entrepreneur“ nicht locker und findet so lange immer neue Wege, bis ein Modell gefunden ist, welches das ursprünglich ausgemachte Kundenproblem für alle Seiten gewinnbringend löst.“

Fara macht deutlich, wie wichtig die Bereitschaft ist, Fehler als Chancen zu begreifen: „Scheitern im Kleinen ist essenziell, um sich im Großen weiter zu entwickeln und Geschäftsmodelle mit Kraft zur Transformation hervorzubringen.“

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