Wie Sie mit 5 einfachen Methoden Ihre Mitarbeitenden im Unternehmen empowern

Digitale Innovation verändert in den Unternehmen Arbeitsweisen und Strukturen. Das geht Hand in Hand mit einer Neudefinition von Rollen und Entscheidungsprozessen. Was kann die Unternehmensführung tun, damit ihre Mitarbeitenden sowie Führungskräfte die täglichen Herausforderungen engagiert und mit Begeisterung angehen? Hier finden sie fünf einfache, aber wirkungsvolle Methoden, um das positive psychologische Kapital Ihrer Beschäftigen stärken.

 „Erfolgreiche und starke Personen besitzen ein hohes positives psychologisches Kapital. Diese Erkenntnis sollte der Mittelstand nutzen“, erklärt Wirtschaftspsychologin Juliane Müller von der Universität Halle-Wittenberg (MLU). Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Barbara Castrellon Gutierrez, Miriam Bachmann, Anne Kurzmann und Anne-Katrin Neyer untersucht sie Erfolgsfaktoren für innovative und digitale Geschäftsmodelle des Mittelstandes.

Die Forschung zeigt: Eine positive Arbeitskultur fördert Kreativität und Produktivität

Der digitale Wandel macht vor keinem Unternehmen halt. Er kostet personelle, finanzielle und soziale Ressourcen. „Dabei ist entscheidend, ob Unternehmen in ihr positives Kapital investieren, also in ein positives Mindset und psychologisches Kapital der am Innovationsprozess Beteiligten“, erklärt Juliane Müller von der Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Denn die Innovationsstärke Ihres Unternehmens hängt unmittelbar mit der persönlichen Stärke derjenigen zusammen, die direkt oder indirekt am Innovationsprozess beteiligt sind. Dafür brauchen Sie resiliente, selbstwirksame, hoffnungsvolle und optimistische Persönlichkeiten. Müller führt weiter aus: „Überblicksstudien zeigen, dass eine positive Grundhaltung im Arbeitskontext zahlreiche Wettbewerbsvorteile bringt und zugleich das Wohlbefinden der Beschäftigten erhöht“.

Psychologisches Kapital besteht aus vier Faktoren, die sich trainieren lassen:

→ Resilienz
→ Hoffnung
→ Selbstwirksamkeit
→ Optimismus

Fünf effektive Methoden mit minimalem Aufwand

Mit einfachen, aber wirkungsvollen Methoden können Sie das positive Kapital der Menschen in Ihrem Betrieb stärken. Entscheidend ist, dass die Methoden regelmäßig angewendet und fest in den Arbeitsalltag integriert werden.

Positiven Einfluss haben sowohl Gruppen- als auch Selbsthilfe-Tools. Sie sind wertvolle Werkzeuge in der Personalentwicklung, auch für Betriebe ohne Personalabteilung. Ihr großes Potenzial liegt im minimalen Aufwand und ihrer Einfachheit.

1. Methode | „What Went Well“ – sich selbst loben

Wirkung: Die Methode „What Went Well“ ist ein Team-Werkzeug. Die einfache Frage „Was lief gut?“ fokussiert auf die Stärken und das Positive. Es fördert das psychologische Kapital Ihrer Beschäftigten und trainiert die Haltung eines positiven Managements.

Anwendung: Am Ende des wöchentlichen Teammeetings klopfen sich alle Mitarbeitenden regelmäßig virtuell auf die Schultern und erzählen kurz, was in der vergangenen Woche besonders gut lief. Die Methode ist vielfältig einsetzbar, sowohl auf individueller, als auch auf Teamebene. Sie sollte häufig und regelmäßig eingesetzt werden, um das Team zu stärken.

2. Methode | „Dankbarkeits-Journaling“ – Selbstreflexion

Wirkung: Dankbarkeit ruft nachhaltig positive Gefühle hervor. In einem regelmäßig geführten Dankbarkeits-Journal richtet sich der Fokus selbstreflektierend auf die positiven Dinge.

Anwendung: Beispielsweise können sich Mitarbeitenden am Ende einer Arbeitswoche bewusst machen, wofür sie im Kontext eines aktuellen Projekts oder einer beruflichen Situation dankbar sind und das schriftlich festhalten.

3. Methode | „KUDO“ – andere Menschen loben, schafft Gemeinschaft

Wirkung: KUDO Karten sind berufliche Dankeskarten und zählen zu den Interventionen, die Freundlichkeit und Dankbarkeit verstärken. Diese Methode besitzt das Potenzial, die Feedbackkultur in Ihrem Unternehmen zu verändern.

Anwendung: Beispielsweise können sich Mitarbeitenden am Ende einer Arbeitswoche bewusst machen, wofür sie im Kontext eines aktuellen Projekts oder einer beruflichen Situation dankbar sind und das schriftlich festhalten.

4. Methode | „Positives Portfolio“ – bewusst Innehalten

Wirkung: Die Methode des positiven Portfolios hilft, positive Emotionen zu verankern und diese jederzeit abrufen zu können. Es fördert eine positive Grundhaltung.

Anwendung: Die Person wählt eine glücklich machende Emotion aus und legt für sich über Fotos, Videos oder Musik ein positives Gefühlsportfolio für diese Emotion an. In Mini-Pausen leistet das bewusste Wahrnehmen des individuellen Portfolios einen Energieschub. Das gibt Kraft für die nächsten Aufgaben. Diese kleine und einfache Intervention klingt vielleicht banal, kann jedoch eine starke Wirkung im Arbeitsalltag haben.

Als Expertin für Gute Arbeit 4.0 bietet der Lehrstuhl für Personalwirtschaft und Business Governance an der Universität Halle-Wittenberg MLU Unternehmen und Betrieben Workshops zum Thema Arbeitsglück & und positive Remote-Kultur.

5. Methode | „Working Out Loud“ – Wissen teilen

Wirkung: Working Out Loud ist eine einfache Methode, um Wissen und Kompetenzen zu teilen sowie voneinander zu lernen. Damit lassen sich Veränderungen anstoßen. Zudem lässt sich dadurch die Unternehmenskultur agiler, vernetzter und gemeinschaftlicher gestalten.

Anwendung: Das Lern- und Arbeitsformat beinhaltet einen wiederkehrenden, informellen und strukturierten Erfahrungs- und Wissenstransfer zu selbst gewählten Inhalten und Fragen. Es dient dazu, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und zu animieren, ihre Arbeitsergebnisse sichtbar zu machen.

Digitale Innovation braucht Kraft und Durchhaltevermögen

Mut, Durchhaltevermögen und viel persönlichen Einsatz sind notwendig, um dem digitalen Wandel zu begegnen. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Arbeitskultur mit geeigneten Methoden möglichst positiv beeinflussen. Die oben genannten Methoden räumen nicht alle Ängste, Widerstände und Befürchtungen aus, aber sie erleichtern den Innovationsprozess.

Juliane Müller stellt fest: „Die Forschung hat viele wirksame und einfache Methoden entwickelt, um das positive Kapital zu stärken. Davon sollte auch der Mittelstand noch mehr profitieren und diese einsetzen.“

Gute Arbeit 4.0 fokussiert auf die Stärkung psychologischer  Ressourcen von Individuen und Teams sowie auf eine positive Arbeitskultur in Organisationen.

Der Beitrag „Erfolgsfaktor Gute Arbeit 4.0: Anwendungsfall digital vernetzte Geschäftsmodelle“ liefert Hintergrundinformation zum Konzept.

Das Workbook ergänzt die oben vorgestellten Methoden durch eine ausführliche Anleitung. Sie können es per E-Mail als eBook über die Universität Halle-Wittenberg MLU bestellen.

 

Projektbeteiligte

Dr. Barbara Castrellon Gutierrez unterstützt seit Oktober 2018 das Team des Lehrstuhls für Personalwirtschaft und Business Governance an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg MLU. Zuvor war sie an der MLU in Forschung & Lehre an den Lehrstühlen Marketing und Handel sowie Betriebliches Umweltmanagement aktiv. Zu ihren Schwerpunkten zählen Nachhaltigkeit, KMU, Innovationen & Change sowie Guter Arbeit.

Im Projekt AgilHybrid ist ihr Ziel, wissenschaftliche Inhalte praxisnah zu vermitteln. Sie ist Expertin für die Themen „rund um den Menschen“, ohne die Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.

Juliane Müller (M.Sc.) ist wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Lehrstuhl für Personalwirtschaft & Business Governance an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie freiberufliche Gender & Change Consultant. Für die Wirtschaftspsychologin ist individuelles Arbeitsglück und Unternehmenserfolg kein Gegensatz. Veränderungen und deren Management sind ihr Lebenselixier. Daher zeigt sie (Non) Profit Organisationen, u. a. Hochschulen, wie Wellbeing – und Diversity Management zu ihrer Exzellenz beitragen. Ihr Handeln ist geprägt von der Vision einer positiven, sensiblen Arbeitskultur in der Unternehmens- und Wissenschaftslandschaft.

Im Projekt AgilHybrid erforscht die Doktorandin Gute Arbeit 4.0 als Stellschraube für einen erfolgreichen, innovativen Mittelstand. Ihr Learning: „Innovationsstärke erntet, wer in persönliche Stärke investiert – also in psychologisches und soziales Kapital“.

Prof. Dr. Anne-Katrin Neyer ist Inhaberin des Lehrstuhls für Personalwirtschaft und Business Governance an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Sie leitet dort den Master-Studiengang Human Resources Management und ist seit 2018 Mitglied des Akademischen Direktoriums am Center for Leading Innovation and Cooperation (CLIC) an der HHL-Leipzig Graduate School of Management. Anne-Katrin Neyer forscht an der Schnittstelle zwischen IT und Organisationsgestaltung zu Themen der innovativen HR Arbeit und der organisationalen Transformation. Als Mitgründerin des KI-HR Labs ist es ihr Ziel, das Thema KI und HR gemeinsam zu denken und gleichzeitig aus einer HR-Perspektive Ideen zu entwickeln, wie mehr Frauen für KI begeistert werden können.

Im Projekt AgilHybrid freut sie sich über die großen und kleinen „Wow“-Momente im Austausch an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis, die neue Impulse geben für das gemeinsame Weiterdenken unserer Arbeitswelt.

Anne Kurzmann (M.Sc.) ist seit ihrem Masterabschluss im Juni 2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit Oktober 2021 auch als Doktorandin am Lehrstuhl für Personalwirtschaft und Business Governance tätig. Sowohl ihr Bachelorstudium in Wirtschaftswissenschaften und Psychologie als auch ihren Master in Human Resources Management absolvierte sie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und arbeitete seit 2019 parallel als wissenschaftliche Hilfskraft.

Im Projekt AgilHybrid begeistert sie es sehr, die wissenschaftlichen Inhalte des Studiums mit spannenden Fragen der Praxis zu verbinden und so neue Perspektiven zu entdecken.

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